Die grossartige Mise en Scène und der durchdachte Lichteinsatz haben viel zum späteren Status als Kultfilm beigetragen

Ridley Scotts Film „Blade Runner“ zählt zum Genre des Cyberpunk oder auch der neueren Stömung des Film Noir, namens Neo Noir. Cyberpunk zeigt sich dadurch aus, dass meist eine dystopische, düstere Zukunftsvision zeigt. Neo Noir beschreibt die Wiederentdeckung des Film Noir, nach 1958. Wie der Film Noir zeichnet sich auch Neo Noir durch viele Low-Key Aufnahmen, dass heisst Aufnahmen mit wenig Lichteinsatz und dunkle Farbtöne aus. Dadurch werden ausgeprägte Schatten oder auch Zwielicht erzeugt, was die Dramatik erhört und das Geschehen mystischer erscheinen lassen.

In „Blade Runner“ zeigen sich viele Gegensätze beim Lichteinsatz. Zum einen sehen wir die Stadt, mit vielen grellen Leuchtreklamen und Scheinwerfern. Dies erinnert an Städte wie New York oder Tokio, in denen es niemals wirklich dunkel wird. Die vielen Lichtreklamen verdeutlichen das negative Bild der Globalisierung und den Kapitalismus der dort vorherrscht. Die Menschen besitzen sogar Regenschirme mit Neonröhren, auch hier ein Hinweis auf den Wohlstand. Hingegen andere Szenen oder Orte sind sehr dunkel und düster gehalten. Beispielswiese im Büro von Bryant, in dem es nur spärliches oder aber bläulich gefärbtes Licht gibt. Vielfach erscheinen Figuren wie Deckard auch zur Hälfte des Gesichts im Licht und zur Hälfte im Schatten. Dies unterstreicht die Ambivalenz der Figur.

Auch die Mis-en-scène trägt im Film vieles zur Stimmung bei. Wenn man die Räumlichkeiten näher betrachtet, fällt einem auf, wie viele Architekturstile hier vermischt wurden. Zum einen die eher futuristische Wohnung Deckards, die auch durch Kleinigkeiten wie zum Beispiel das „Fernsehtelefon“, mit dem Deckard Rachel anruft, was heute ja Realität geworden ist durch Face Time; sehr realistisch wirkt. Auch durch andere Gebäude, die teils aussehen wie gigantische Raumschiffe, wird betont, dass man sich hier in der Zukunft, nämlich immer Jahr 2019 befindet.

Ein erster Gegensatz dazu bildet das Büro der Tyrell Corporation. Es erinnert an einen alten römischen Palast, mit vielen Goldornamenten und massiven Säulen, die wie zwei Geraden spitz auf die Sonne zuläuft, die in der Mitte zu sehen ist. Auch sonst finden sich viele Dreieckssymbole in dieser Szene. Die Tyrell Corporation wirkt dadurch viel mächtiger und die Szene viel entspannter, als im hektischen Grossstadtgetümmel. Noch ein weiterer bekannter Architekturstil aus einer anderen Epoche fällt in der Szene mit Sebastian auf. Sein Haus ist im Jugendstil und Art Deco gehalten, die Szene wurde im 1893 erbauten Bradbury Building gedreht. Durch die Vermischung dieser Stile entsteht, nebst unterschiedlichen Stimmungen, auch der Eindruck, dass die Stadt nach und nach gebaut wurde und alte Gebäude einfach stehen blieben. Genau wie es auch bei heutigen Städten wie New York oder London der Fall ist. Der futuristische Stil zieht sich also nicht durch.

Es fällt auf, wie sorgfältig die gesamte Mise en Scène geplant wurde. Regisseur Ridley Scott überliess nichts dem Zufall. In manchen Szenen arbeitete er mit über 100 Statisten zusammen, um die Szenen realistisch erscheinen zu lassen. Dabei soll Scott ein ziemlicher Perfektionist gewesen sein. 50 Nächte lang haben die Dreharbeiten bei (teils künstlichem) Regen gedauert. Einer der Darsteller schrieb, er sei einmal Morgens um sechs Uhr ans Set gerufen worden, doch da Scott und Szenenbildner Lawrence G. Paull völlig beschäftigt gewesen war, die Strassen so schmutzig und verraucht wie möglich darzustellen, hätten sie erst 10 Stunden später mit dem Dreh beginnen können. Doch der Perfektionismus hat sich ausgezahlt: „Blade Runner“ wurde in der Kategorie „Bestes Szenenbild“ und „Beste visuelle Effekte“ für den Oscar nominiert und hat meiner Meinung nach viel zum heutigen Kultstatus beigetragen.

Im Inneren der Tyrell Corporation

Im Inneren der Tyrell Corporation

Quellen:

– http://de.wikipedia.org/wiki/Ridley_Scott

– http://de.wikipedia.org/wiki/Blade_Runner

– http://de.wikipedia.org/wiki/Cyberpunk

– https://ardfilmjournal.wordpress.com/2008/08/26/blade-runner-and-the-postmodern-use-of-mise-en-scene/

Bildquelle:

https://simotron.wordpress.com/2012/06/03/blade-runner-tyrell-corporation-building-finished-shot/

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Menschlicher als ein Mensch kann ein Replikant nicht sein

Ein wesentlicher Aspekt im Film „Blade Runner“ ist die Tyrell Corporation, die menschengleiche Roboter, sogenannte Replikanten produziert. Das Motto der Tyrell Corporation lautet „Menschlicher als der Mensch“. Die Replikanten sollen nicht mehr zu unterscheiden sein von normalen Menschen und auch Emotionen zeigen können. Die einzige Methode wie ein Replikant enttarnt werden kann, ist der sogenannte Voight – Kampff -Test. Dabei werden Fragen gestellt, die beim Menschen Empathie erzeugen sollen, bei Replikanten hingegen bleibt diese aus. Dies soll dem Zuschauer darlegen, dass Replikanten nicht zur Empathie befähigt sind.Dennoch sollen sie menschlicher sein als ein Mensch. Doch da Empathie ein menschlicher Wesenszug ist, widerspricht sich diese These schon ein erstes Mal. Aber es gibt noch mehr Widersprüche.

Die Replikanten sind so konzipiert, dass sie spezielle Aufgabenbereiche haben, die sie abdecken. Sie sind aber stärker, schneller und intelligenter als Menschen. Man strebt mit dem Bau dieser Replikanten Perfektion an, sozusagen das Optimum des eigenen Wesens. Doch auch das unterscheidet sie vom Menschen. Der Mensch ist nicht perfekt, im Gegenteil: Er zeichnet sich eigentlich mehr durch Imperfektion aus, als durch Perfektion. Der Mensch, welcher uns in „The Blade Runner“ gezeigt wird, aber auch Menschen generell, ist egoistisch, von Neid zerfressen und weder gut noch böse. Menschen sind nicht perfekt, sie sind machen Fehler. Genau das, was Replikanten nicht tun sollen.

Zudem denke ich auch nicht, dass Maschinen jemals die selben Gefühle wie Menschen entwickeln können. Vielleicht wird es irgendwann möglich sein, dass Roboter vereinfachte Gefühle durch spezielle Programme erlernen können. Doch dadurch, dass diese programmiert sind und nicht natürlichen Ursprungs, werden sie meiner Meinung nach immer vorhersehbar bleiben. Roboter werden, so denke ich, immer denjenigen Mustern folgen, die man ihnen vorgibt. Und genau das machen Menschen nicht. Sie folgen keinen klaren Mustern und ihre Gefühle sind meist unvorhersehbar. Man könnte von der Replikanten in „Blade Runner“ sagen, das sie stärker, furchtloser oder  intelligenter als Menschen sind. Doch nicht menschlicher.

Im Film sind die Replikanten bei allen Kampfszenen stärker, sie sind schneller als Menschen und verfolgen ihre Ziele hartnäckig. Bis auf ihre Lebensdauer, die auf lediglich 4 Jahre limitiert ist, sind sie dem Menschen überlegen. Das einzige Mal, in dem die Replikanten tatsächlich „menschlicher“ erscheinen, ist am Schluss, als Roy, der letzte überlebende Replikant, anstatt den Gegner Deckard zu töten, ihm das Leben rettet und anschliessend ohne Rache zu nehmen stirbt. Ein solcher Akt der Güte hätte man von den anfangs gefühlskalt erscheinenden Replikanten nicht erwartet. Aber eben genau dadurch, dass meine Erwartungshaltung als Mensch war, dass der Replikant Rache nimmt an Deckard und ihm beim Sterben zusieht, impliziert ja, dass das Handeln von Roy nicht menschlich gewesen ist. Er hat selbstloser gehandelt, als es ein Mensch getan hätte. Ich will damit nicht sagen, dass Menschen nicht auch sehr selbstlos handeln können. Jedoch glaube ich, dass der Mensch dann selbstlos agiert, wenn seine Familie oder enge Freunde betroffen sind und nicht, wenn es sich um den ärgsten Feind handelt. Die Tat von Roy hatte fast schon etwas Göttliches oder Übermenschliches. Auch das Akzeptieren des Sterbens an sich, ist etwas, was der Mensch kaum verkraftet.

Im Allgemeinen wirken die Replikanten fast schon sympathischer als die Menschen. Es fällt auf, dass im Film die Menschen diejenigen sind, die gefühlskalt, machthungrig und isoliert wirken. Die Replikanten hingegen – von denen die Menschen sagen, sie seien nicht zur Empathie fähig – zeigen Emotionen wie Furcht, Hass, Zuneigung oder Trauer. Sie sind schlussendlich besser als die Menschen, die wir im Film zu Gesicht bekommen.

Vielleicht wird dieser Eindruck auch noch verstärkt, da es im Film keinen Helden im ursprünglichen Sinn gibt. Der Blade Runner Deckard übernimmt zwar die Rolle des Protagonisten, doch er ist zu gefühlskalt und unsympathisch als dass man ihn wirklich als Helden im klassischen Sinn sehen könnte. Er ist nicht besonders mutig oder selbstlos, er wirkt eher feige und ambivalent. Die erste Replikantin die er tötet, erschliesst er beispielsweise feige von hinten in den Rücken.Das lässt die Replikanten zusätzlich als sympathischer und besser als Menschen wirken. Sie sind sozusagen „Übermenschen“. Nur eben menschlicher als Menschen vermögen sie nicht zu sein. Sie sind zu perfekt, zu stark und zu selbstlos dafür. Obwohl man auch sagen muss – wenn der Mensch wirklich so wäre wie er in Ridley Scotts dystpischer Zukunftswelt gezeigt wird – man lieber kein Mensch ist

Roy und Deckard beim finalen Showdown

Roy und Deckard beim finalen Showdown

Quellen:

– http://de.wikipedia.org/wiki/Blade_Runner

Bildquelle:

– http://www.kpbs.org/photos/2010/apr/21/4413/

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Symbole im Film „Taxi Driver“

Die Dollar Note

Als Travis Iris zum ersten Mal sieht als sie in sein Taxi einsteigen will, wirft ihm Sport eine 20 Dollar Note auf den Beifahrer Sitz um sein Schweigen zu erkaufen. Travis lässt sich zwar „kaufen“ und tut und sagt nichts, trotzdem bewahrt er das Geld getrennt von seinem Taxi Gewinn auf. Er gibt das Geld auch nicht aus, bis er schliesslich mit Iris im „Hotel“ ist, wo er mit der besagten Note bezahlt.
Die Note ist ein Symbol für die Korruption in der Stadt, indem er sie annimmt wird er Teil des „Abschaumes“ den er so hasst, weswegen er sich auch dafür schämt und sie nicht ausgibt. Erst um für seine Zeit mit Iris zu bezahlen gibt er sie ab und sie gelangt somit an ihren Ursprungsort zurück, was für Travis bedeutet seine Schuld loszuwerden.

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Die Waffen

Travis trägt anfangs im Gegensatz zu vielen andern Taxifahrern keine Waffe auf sich, und lehnt es auch ab sich eine zuzulegen als es ihm angeboten wird. Obwohl sein Job durchaus gefährlich sein kann und er dank seiner militärischen Ausbildung auch mit Schusswaffen umgehen könnte, befindet er es nicht für nötig, eine Waffe bei sich zu haben.
Erst als er von Betsy abgewiesen wird, entscheidet er sich gleich vier Waffen auf einmal zu kaufen. Mit diesen Waffen die er alle beinahe immer auf sich trägt versucht er sein Versagen zu kompensieren. Sie sind ein Symbol von Macht, die er allein nicht hätte. Leute wie Sport und das restliche Gesindel, genauso wie Betsy stehen über ihm und haben die Macht ihn zu erniedrigen. Das will er ändern indem er sich bewaffnet und somit zumindest physisch über mehr Macht verfügt als sie.

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Der Fernseher

Der Fernseher steht für eine bessere Welt, zu der Travis nie gehören wird. Die Welt da draussen, von der er sich in seiner Isolation nicht als Teil fühlt, tanzende Paare, Musik. Travis schaut sich diese Dinge zwar an, aber seine Frustration und Wut sind dabei klar erkennbar. Einmal richtet er die Waffe auf den Fernseher und tut so, als würde er schiessen und gegen Ende des Filmes als er sich eine Szene eines Filmes ansieht in der eine Frau einen Mann zurückweisst, in dem er sich selber sieht, wirft er den Fernseher schlussendlich um.

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Thesen zu Taxi Driver

These 1:  

Der Point of view shot ist unter anderem ein Element, welches die Isolation von Travis Bickle unterstreicht. Seine Alienation zieht sich den ganzen Film hindurch, ob er nun in Gesellschaft ist oder nicht.

Das Taxi von Travis symbolisiert dessen Einsamkeit und trennt ihn von der Aussenwelt in der er sich bewegt. Durch Point of view shots sehen wir aus seinem Blickwinkel. Die verregnete Windschutzscheibe zu Beginn des Filmes, wodurch eine Unschärfe entsteht, da die Aussicht verschleiert wird, kann ein Hinweis auf die falsche Wahrnehmung von Travis sein. Scorsese lässt uns durch die Augen des Hauptprotagonisten blicken. Wir erleben, fühlen und sehen die Welt aus seiner Sicht, ob wie damit einer Meinung sind, ist eine andere Frage. Wir erleben den Prozess der Entwicklung von seinem Charakter Schritt für Schritt. Travis Isolation auf räumlicher Ebene, wird mit einem einfachen Beispiel am Anfang demonstriert. Ein Paar steigt in sein Taxi ein. Durch eine frontale Halbtotale, wird das Bild in Vorder- und Hintergrund geteilt. Wir stellen fest, Travis ist zwar im selben Bild wie seine Fahrgäste, dennoch gibt es eine räumliche Abschottung.

Laut Scorsese ist die wichtigste Szene in Taxi Driver diejenige, in der er aus einer Telefonzelle beim Flur Betsy anruft. Während dem Telefonat redet Travis auf Betsy ein und die Kamera schwenkt auf einen einsamen Flur. Er wirkt verlassen. Nichts stört das Bild. Wir können weder Travis, noch Betsy sehen. Es findet keine wirkliche Kommunikation statt.

Die Andersartigkeit von Travis, wird bei ihm Zuhause noch mehr betont, denn dort ist man auf ihn alleine fokussiert und weiss nicht, was sich in der Aussenwelt abspielt. Wir erhalten einen Einblick in seinen Alltag. Er isst Müsli, vorzugsweise mit Alkohol. Es gibt einen Zoom out in eine Halbtotale Einstellung und man sieht ihn doppelt. Einmal von vorne und einmal von hinten, aufgrund des Spiegels rechts vom Tisch von der Seite.  Daraus lässt sich Schlussfolgern, dass wir bald eine neue Seite seiner Persönlichkeit kennenlernen. Er sieht sich ein Interview mit Senator Palantine an. Es wird auf dessen Gesicht gezoomt bis hin zur Detailaufnahme. Hier entfaltet sich eine neue Obsession mit dem Senator.

Bei einer Szene, in der Travis seinen Kollegen Wiz um Rat bittet, weiss dieser ihm nicht zu helfen. Damit wollte man zeigen, dass es keinen Ansprechpartner für Travis gibt. Er ist und bleibt allein. Nach und nach stellen wir also fest, dass er sich nicht nur räumlich, sondern auch mental von den anderen distanziert. Nachdem er ein Massaker begeht, bricht er im Hotelzimmer von Iris zusammen. Die Polizei kommt und Travis hält sich mit der Hand eine imaginäre Pistole an die Schläfe und drückt ab. In seinen manischen Zustand scheint er tatsächlich zu glauben, dass es funktioniert. Er erleidet einen Realitätsverlust.

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These 2:

Travis ist ein Mörder, Psychisch labiler Kriegs Veteran mit einem Heldenkomplex. Nichtsdestotrotz empfinden wir Sympathie für diesen Charakter. 

Die Stadt ist korrupt, die Leute sind Abschaum. So sieht Travis New York, insbesondere Harlem. Prostituierte, Drogendealer und Schwarze sind an der Tagesordnung. All das, ist ihm zuwider und doch nimmt er Zwanzig Dollar Schweigegeld an, als er sieht wie die junge Iris, die in sein Taxi steigen wollte, von einem Zuhälter gewaltsam weggezerrt wird. Jedes Mal, wenn er den Dollarschein sieht, fühlt er sich mitschuldig an Iris Situation, was ihn schlussendlich dazu bringt, sich selbst zum Retter von Iris zu ernennen. Ob sie es nun will oder nicht.

Wir sind oftmals anderer Meinung als Travis, doch warum empfinden wir trotzdem Sympathie? Travis Einsamkeit, Charakter und sein Verlangen nach Akzeptanz und Integration machen ihn faszinierend und menschlich. Jeder kann dieses Gefühl mindestens an einem Punkt in seinem Leben nachempfinden, nur artet es nicht so aus wie bei ihm.

Textquellen:

http://othes.univie.ac.at/2509/1/2008-11-11_0102928.pdf

http://www.sparknotes.com/film/taxidriver/themes.html

Bildquellen:

http://www.imagozone.com/filme/Taxi-Driver/Taxi-Driver05?size=full

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Taxi Driver – Improvisation & Eindrücke

These 1 : Es waren nicht die bis ins letzte perfektionierte Planungen, sondern die dem Zufall überlassene Improvisation, die Taxi Driver so berühmt machte.

Das Werk Taxi Driver entspringt aus einem Zusammenspiel der 3 Musketiere in der Filmindustrie. Zum einen stand vor der Kamera Robert der Niro, der bereits vor Taxi Driver einen Oscar für sich feiern durfte. Zum anderen stammt das Drehbuch vom Kritiker und selber auch Regisseur von Filmen wie dem Drama American Gigolo und dem Horrorfilm Cat People: Paul Schrader. Doch nicht zu vergessen ist natürlich der Regisseur von Taxi Driver : Martin Scorsese.

Es ist also nicht zu übersehen, von wie viel Bedeutung jeder einzelne auf seine eigene Art und Weise von ihnen ist. Deswegen waren die Ansprüche auch so hoch.

Wie Paul Schrader in einem Interview sagte, habe er das Drehbuch kurzfristig aus einer seiner persönlichen Krise gemacht. Er folgte also somit eher seiner Intuition und seinem filmischen Bauchgefühl, als diversen strengen Regeln. Deswegen wurden somit auch viele Passagen verändert, wie chronologische Abfolgen, Dialoge und sogar wichtige Merkmale der Charaktere selbst. Jedoch die schlussendlich legendären Worte: „Are you talking to me?“ waren genau nicht im Script. De Niro liess diesen Satz aus reiner Improvisation fallen. De Niro hat nämlich während dieser Szene, vor dem Spiegel einige Aufwärmeübungen gemacht und diese wurden dann aufgenommen. Der Grund wieso es überhaupt zu einer Improvisation kam war, dass Taxi Driver auf Grund von fehlenden Sponsoren, und somit zu kleinem Budget, nicht den Vorstellungen von Scorsese entsprechen konnte. Deswegen also war das Trio dazu gezwungen experimentell vorzugehen und wie es aussieht hat es dem Film nicht geschadet.

-Wir lernen also daraus, dass es nicht immer darauf ankommt wie hoch das Budget einer Filmes ist, sondern wie fähig das jeweilige Personal ist.

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Quellen:

http://www.djfl.de/entertainment/djfl/1120/112445produktionsnotizen.html

http://www.kinozug.ch/pdf/TaxiDriver_web.pdf

Abb 1: http://2.bp.blogspot.com/-SNgDAS-JEl4/TnXH6bV1y6I/AAAAAAAAE9Y/UQy7c7hcKq0/s1600/TaxiDriver4_002Pyxurz.jpg

These 2: Taxi Driver : Film der Emotionen und tiefen Eindrücken

Die Inszenierung von Taxi Driver beruht auf Sorceseses Eindrücken, welche er vom rauen und zugleich betörenden Leben in New York hat. Die irreale, fast schon traumähnliche Atmosphäre konnte durch die hervorragende Kameraarbeit von Michael Chapman gemacht werden. Die Bilder lassen uns als Zuschauer die Stadt bei Nacht erleben. Denn schon der Vorspann vermittelt eindrucksvoll die beklemmende Atmosphäre, die sich durch den ganzen Film zieht. Die subjektive Kamera blickt zudem durch die regennasse Windschutzscheibe auf die grauen, leeren Strassen. Somit wirken die Konturen der Menschen und Häuser verschwommen. Die Zeitlupe unterstützt das Gefühl der Bedrohlichkeit und verleiht dem Geschehen gleichzeitig eine melancholische Note und eine Art Schwermut. Es zeigt sich also gleichzeitig die Sicht des psychotischen Taxifahrers, sowie des realen New Yorks.

In fragmentarischen Nahaufnahmen fängt Scorsese einzelne Merkmale des Lebens von Travis ein. Es sind Details seiner Arbeit wie das Texameter, das Namensschild, die Scheinwerfer und anderes. Sowie auch Details seiner Freizeit wie die die Waffen, Pillen und seine Augen im Rückspiegel.

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Der Gebrauch der Grossaufnahme war in den 70er Jahren nicht ganz einfach, denn sie konnte nur beschränkt Bewegungen zeigen, also lief die Erzählung hauptsächlich in der Totalen ab. Aber dank technischen Veränderungen der Kameraführung wurde die Grossaufnahme dynamischer, authentischer und gewann dadurch an Gewicht. Wie man auch noch sehen kann beginnt jede Sequenz mit einer frontalen Bildeinstellung. Noch bevor das Auge des Zuschauers einer Bewegung folgt, steht er dem Bild wie einem Gemälde gegenüber. Da verschiedene Ausstattungen und Einstellungen speziell inszeniert wurden. Das Gefühlt von Realität und Fiktion wird also gemischt und gibt uns somit die in der These erwähnten Eindrücke, die den Film ausmachen.

Quelle:

http://www.kinozug.ch/pdf/TaxiDriver_web.pdf

http://www.rogerebert.com/reviews/great-movie-taxi-driver-1976

Abb 2: http://4.bp.blogspot.com/_dwPGOpIVu6g/S8xpXTBU_GI/AAAAAAAAACk/ZMNEUgQR5lI/s1600/Taxi+Driver_1976_DVDrip_XviD-Ekolb.avi_001709249.jpg

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„Are you talking to me?“ – Taxidriver

„Die berühmteste Zeile aus dem Film stand nicht im Drehbuch. „Are you talking to me?“

Taxi Driver basiert auf dem Drehbuch von Paul Schrader, einem US Amerikanischen Regisseur, Drehbuchautor und Filmkritiker. Es war nach „Yakuza“, sein erstes verfilmtes Drehbuch. Dies schrieb er für den Regisseur Martin Scorsese, welcher danach seinen ersten grossen Durchbruch erlangte und somit berühmt wurde.

Zu seiner Zeit, war es für Regisseur Martin Scorsese nicht einfach einen Produzenten und einen Geldgeber zu finden. Die Gewaltdarstellungen von Travis Bickle, verursachten von Anfang an Probleme und so hatte auch Drehbuchautor Paul Schrader zu Beginn Mühe, sich mit der Besetzung auf dem Regiestuhl ab zu finden. Taxi Driver ist und bleibt ein gelungenes Beispiel für die damalige Zeit und das experimentelle Kino von dazumal.

Die Geschichte wiederspiegelt einen grossen Teil der Realität. So heisst es, dass dies ein sehr persönliches Werk von Regisseur Martin Scorsese war und dass er sich dabei mit der damaligen amerikanischen Gesellschaft auseinandersetzte.

Paul Schrader bezog sich, beim schreiben seines Drehbuches, auf den Anschlag von Arthur Bremer auf den Gouverneur George Wallace im Jahre 1972. Bremers Tagebuch wurde nach seiner Verhaftung unter dem Titel „An Assassin’s Diary“ veröffentlicht. Seine Tat wurde hauptsächlich von dem Verlangen nach Rum und Berühmtheit gelenkt, was bei Travis Bickle auch der Fall ist. Schon immer war Travis ein sehr unscheinbarer Mensch, der sich vorerst lieber im Hintergrund aufhält. Ihm macht es nichts aus in die schmutzigsten Löcher von New York zu fahren, er hat keine Angst. Als er eine minderjährige Prostituierte kennen lernt, wird im klar, dass die Strassen von New York voller menschlichem Abschaum sind und begibt sich somit auf seine Mission – Er will dazu beisteuern, dass New York sauberer wird. Das ist der Zeitpunkt an dem er anfängt sein Leben umzustellen. Travis beginnt sich gesund zu ernähren, trainiert jeden Morgen und schlussendlich kauft er sich 4 Pistolen, welche er nicht zögert zu benutzen.

„Der Film und die Realität stehen daher in einem Wechselverhältnis, in dem der eine den anderen imitiert.“

John Hinckley bezog sich ein paar Jahre später, nach einem misslungenen Attentat auf Präsident Ronald Reagan, auf den Film. In einem Interview sagte er:“ ich erfülle Jodie Foster einen Wunsch, denn ich bin sein Stellvertreter.“

Hauptdarsteller Robert De Niro, verkörpert seine Rolle auf ganz hohem Niveau. Ein einsamer Taxifahrer in NY, der durch die Liebe enttäuscht wurde und einen Hass auf die amerikanische Grossstadt hat, wird zum Mörder, von der Presse und der Familie als Held gefeiert und schlussendlich kehrt er zurück in die Einöde des Taxifahren. Jodie Foster ist für mich die ein Spiegelbild der Realität. Ein 12 jähriges Mädchen flüchtet von zu Hause und fällt einem „Bösewicht“ alias ihr „Freund“ in die Arme, der ihr einen „Job“ gibt und ein Dach über dem Kopf. Ihr wird eine grosse Verantwortung zugeschrieben und das gefällt ihr. Auch dass man sie behandelt wie eine erwachsene, stört sie nicht. Und doch bricht sie zum Schluss in Tränen aus und ist froh aus diesem Drecksloch befreit zu werden. Perfekt inszeniert und übermittelt. So auch ihr Zuhälter Harvey Keitel, der aus einer kleinen Zuhälterrolle, einen beeindruckenden und verstörenden Part zu der Inszenierung beigetragen hat.

Cybill Shepherd hat natürlich durch ihre Schönheit, einen gewissen Reiz auf die Männerwelt. Auch ihr Arbeitskollege Albert Brooks, kann sich kaum von ihr abwenden. Und doch beweist sie, dass auch das weibliche Geschlecht, ein starkes Geschlecht ist. Sie besetzt eine gute Position im Wahlkampfbüro und ist eine selbstbewusste und starke Frau. Ihr Arbeitskollege Albert Brooks, fällt eher durch seine Comedy-Einsätze auf. Die Verkörperung des Komischen, kann viel zu einer Tragödie beitragen.

Emotional gesehen, hat der Film einige Krisen ausgelöst. Zum einen war es eine der ersten Widerspiegelungen New Yorks in diesem Ausmass. Dann war der grösste Schock die offene Gewalt, welche Martin Scorsese, präzise in den Vordergrund gestellt hat. Doch nicht nur die offene Gewalt hatte ihren Platz, auch die Prostitution von Minderjährigen, sowie das Leben eines Alleingängers waren sehr gut platziert. Und doch konnte Taxi Driver seinen Erfolg feiern und gewann 1976 die Goldene Palme an den Internationalen Filmfestspielen von Cannes.

 „Trotz zeitverhaftetem Kontext ist Scorseses Großstadtalptraum zum zeitlosen Klassiker geworden.“

http://www.bpb.de/gesellschaft/kultur/filmbildung/filmkanon/43602/taxi-driver

http://www.moviepilot.de/movies/taxi-driver-2

http://de.wikipedia.org/wiki/Taxi_Driver_%281976%29

http://www.kino.de/kinofilm/taxi-driver/2238

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Schneewittchens Stiefmutter

Technische These zu Annie Hall

Der neurosengeplagte, jüdische Junggeselle, Alvy Singer, schlendert tagsüber durch New York oder tritt abends als Comedian auf und es erweckt den Anschein, als ob er sich selbst, oder jemand anders ihn durch die Kamera beobachtet, wobei er sich unwohl fühlt. Ihm scheinen jedoch Meinungen Fremder egal zu sein, also tippe ich auf Ersteres.  Als ich im Internet auf den Satz

Der ganze Film ist eine visualisierte psychoanalytische Sitzung Alvy Singers

stiess, stiess ich gleichzeitig auch auf den passenden Ausdruck, nach welchem ich den ganzen Film lang gesucht hatte.

Die erste Szene verrät eine autobiografische, rückblickende Sicht auf die im Film folgenden Ereignisse, welche mit passenden Kameraeinstellungen, -bewegungen und Schnitten überzeugt. Nicht nur die Kamera, die beispielsweise schon bereit steht, als er mit seinem Freund um die Ecke biegt und ein paranoides Gespräch führt, bringt mich auf diesen Gedanken, es ist auch die Anordnung der Szenen, die nicht chronologisch verläuft, wie etwa: Kindheit, erste Freundin, zweite Freundin, sondern kurz und sprunghaft ist. Möglicherweise Gedankensprünge, da er keine lückenlose Erinnerung besitzt und bei neuen Einfällen sofort ein Szenenwechsel, durch harte Schnitte, die teilweise zeitlich weit auseinanderliegen, stattfindet. Wo die Erinnerung verblasst, oder ein Kommentar aus der Gegenwart nötig ist, springt der erzählende Alvy ein und unterbricht die Handlung. Manchmal ergeben sich daraus unlogische Szenen, wie die Kinoszene, in der er gleichzeitig mit Zuschauer und Filmcharakteren spricht und einen Mann hinter einer Wand hervorholt oder die Bettszene, mit der buchstäblich geistig abwesenden Annie.

Wie ihm schon als Kind gesagt wurde, übertreibe Alvy gerne, was durch die überspitzten Elemente und auch absichtlichen Veränderungen der Vergangenheit bewiesen wird.  Eine weitere Übertreibung, oder auch gedankliche Abschweifung, die er sich erlaubt, ist die Trickfilmszene mit Schneewittchens böser Stiefmutter. Auffallend ist, dass er für das Jahr 1977 sehr mutig war, was technische Tricks anging. Tricks bieten die

Schneewittchens Stiefmutter

Zeichentrick-Szene

Möglichkeit, die Erinnerung verzerrt zu gestalten, womit gezeigt werden kann, dass diese durch Wunschdenken oder Gefühle verfälscht werden können.

Die These wird durch die Themen verstärkt, welche in der Erzählung aufgenommen werden: Kindheit, Beziehungsprobleme, Lebensmottos. Themen, die in Therapien oft behandelt werden. Gegen den Schluss des Filmes, gelangt er allmählich in die Gegenwart und hat somit alles aufgearbeitet, was ihm Sorgen bereitet hatte. Inhalt und Technik harmonieren somit und setzen Alvy Singers damit authentisch in Szene.

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